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Die Welt vom kleinen Dodo
 

    

Hans de Beer und Serena Romanelli zu Dodo

Wie ist die Idee zum kleinen Dodo entstanden?

Die Geschichten denkt sich meine Lebenspartnerin Serena aus. Wir entwerfen die Kinderbücher in enger Zusammenarbeit, aber die Grundidee stammte  von ihr. Sie hat mir von einigen ihrer Ideen erzählt und der kleine Dodo war mir sehr sympathisch.

Warum denken Sie, kommt der kleine Dodo so gut an, was ist es, was ihn so beliebt macht bei den Kindern?

Er ist vor allem einfach ein niedlicher Kerl. Der kleine Dodo hat aber auch eine sehr kindgerechte Persönlichkeit. Er handelt wie ein Kind, er denkt wie ein Kind, er entdeckt die Musik wie ein Kind und findet dadurch schliesslich zu sich selbst. Ausserdem sieht ein Orang-Utan – noch viel mehr als ein Eisbär -  auch aus wie ein kleiner Junge. Dadurch dass er beispielsweise über zwei Hände verfügt ist er zu ähnlichen Handlungen fähig wie wir und man kann sich gut mit ihm identifizieren. Eine besonderst attraktive Figur ist in meinen Augen Dodos Onkel Darwin. Er verkörpert den Onkel, den jedes Kind gerne haben würde.

Warum wählen Sie für Ihre Geschichten Tierkinder und keine Menschenkinder?

Einerseits ermöglichen mir Tiergeschichten schönere Landschaftshintergründe. Eine Dschungellandschaft ist faszinierender als eine menschliche Umgebung. Andererseits geben Tiere neutralere Figuren ab. Ein Kind ist sofort sozial bestimmt. Durch seine Kleidung, seinen Wohnort oder seine Eltern löst es Assoziationen aus. Man weist es schnell einer sozialen Schicht zu und distanziert sich dadurch vielleicht von ihm. Tiere sind viel universeller. Mit den Tiereigenschaften kann man spielen und menschliche Eigenschaften ins Tier setzen, ohne dass dadurch Identifikationsmöglichkeiten eingeschränkt werden.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie Kinderbücher entwerfen und was sollen die Kinder vom kleinen Dodo lernen?

Für uns steht nicht der Gedanke im Vordergrund, dass die Kinder etwas lernen sollen. Uns ist es wichtig zu zeigen, wie schön Musik sein kann und wie man mit Neugier und der Hilfe von anderen die Welt entdecken kann. Der kleine Dodo ist immer hilfsbereit und offen - auch wenn er Angst hat. Das ist wahrscheinlich unsere Hauptbotschaft. Meine Bilder sollen die Phantasie der Kinder nicht befriedigen, sondern aufwecken. Sie sind nur Suggestion. Die Bilder lassen den Kindern Raum für ihre eigene Vorstellungskraft.

Der kleine Dodo lebt in einer exotischen Dschungelwelt. Wie haben Sie sich zu diesen Bildern inspirieren lassen?

Schon beim kleinen Eisbären habe ich furchtbar schöne Polarlandschaften entworfen, ohne jemals da gewesen zu sein. Ich habe mich natürlich über Bücher und Filme informiert. Was sich auf den Bildern findet stimmt aber nicht immer alles. Eine Wasserpflanze habe ich beispielsweise vom südamerikanischen Regenwald in Dodos Dschungel verpflanzt. Ich habe nicht den Anspruch, realistische Landschaften zu zeichnen. Es sollen phantasievolle Bilder sein. Vielmehr  als von Dschungeldokumentationen habe ich mich von meinem eigenen Leben inspirieren lassen. Für unsere Freunde ist es sehr lustig, sich die Bilder von Darwins Höhle anzusehen. Da finden sich viele Dinge, die bei uns zu Hause herumliegen.

In den Dodo-Büchern werden auch Umweltthemen angesprochen, was waren Ihre Überlegungen dazu, welche Ideen wollen Sie da übermitteln?

Sowohl beim Eisbären als auch beim Orang-Utan hat sich das Thema Umweltprobleme einfach  angeboten. Beide Tiere sind in einem stark bedrohten Lebensraum zu Hause. Ich finde es wichtig, Kinder für Themen wie die Zerstörung des Regenwaldes zu sensibilisieren.

Die Trickfilmfiguren wurden für den Film etwas anders gezeichnet und zudem einige neue Figuren eingeführt. Wird der Film Ihren Vorstellungen gerecht?

Der Film ist ein anderes Medium und die Bilder müssen darum anderen Anforderungen gerecht werden. Entscheidend ist, dass dabei die Atmosphäre dieselbe bleibt. Ich finde, das ist gelungen. Bei der Entwicklung der Figuren hatte ich ein Mitspracherecht. Wir haben im Vorfeld des Films verschiedene Entwürfe hin und her geschickt. Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden.

Der kleine Dodo ist nach dem kleinen Eisbären Ihre zweite Kinderbuchserie. Solche Serien können mit der Zeit abgedroschen wirken, was bei Ihren Geschichten aber überhaupt nicht geschehen ist. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Ich denke es liegt daran, dass die Geschichten nie als Serie geplant waren. Wir setzen uns nicht zum Ziel, bis zu einem bestimmten Termin den nächsten Band fertig zu haben. Wir bringen nur ein neues Buch heraus, wenn wir eine wirklich hübsche Idee haben.

Spielen Sie selber Geige, sowie der kleine Dodo?

Nein, ich spiele kein Instrument. Die Idee vom Geige spielenden Orang-Utan stammt von Serena. Sie ist sehr musikalisch. Sie hat auch versucht, Geige spielen zu lernen, aber es ist ihr nicht so leicht gefallen wie dem kleinen Dodo. Die Geige ist ein extrem schwieriges Instrument.

 

 

Weitere Informationen und Bilder rund um Dodo, Interviewanfragen oder Rezensionswünsche bitte direkt an die Pressestelle: anja.vrachliotis@nord-sued.com

 




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